Lernen aus der Geschichte: 

Projekte zu Nationalsozialismus und Holocaust in Schule und Jugendarbeit.

Ein Gemeinschaftsprojekt von Goethe-Institut, Bosch-Stiftung und Presse- und Informationsamt der Bundesregierung 
unterstützt von United States Holocaust Memorial Museum, Washington, 
Association of Holocaust Organizations, New York und Fördergesellschaft Kulturelle Bildung e.V., Bonn

Die CD-ROM mit Begleitbuch dokumentiert erstmals deutsche Schulprojekte zu Nationalsozialismus, Holocaust und Fremdenfeindlichkeit heute

„Lernen aus der Geschichte. Projekte zu Nationalsozialismus und Holocaust in Schule und Jugendarbeit“ ist der Titel einer CD-ROM mit Begleitbuch, die am 11. April 2000 in Berlin vom stellvertretenden Sprecher der Bundesregierung, Bela Anda, gemeinsam mit Martin Schumacher, stellvertretender Generalsekretär des Goethe Instituts, den Medien vorgestellt wurde.

Die CD-ROM ist eine einmalige Darstellung von deutschen Schulprojekten zu diesem besonderen Themenkreis. Zusammen mit dem Begleitbuch zeigt sie in den Sprachen Deutsch und Englisch, wie das Thema in der aktuellen historisch-politischen Bildung in Deutschland aufgearbeitet wird. Die CD-ROM stellt auch Projekte mit Gegenwartsbezug zu Fremdenfeindlichkeit und Rechtsradikalismus dar.

Das Gesamtprojekt wurde von einer Gruppe von Wissenschaftlern aus Deutschland und den USA erarbeitet. Seit 1997 gingen umfangreiche wissenschaftliche Grundlagenrecherchen voraus, als deren Resultat auf der CD-ROM 50 Einzelprojekte aus Schulen und Gedenkstätten aller deutschen Länder sowie von freien Trägern -  wie beispielsweise der Körber-Stiftung - dargestellt sind.

Das Begleitbuch in Deutsch und Englisch zur CD-ROM zeigt den Nutzern den Prozess der Auseinandersetzung mit der Thematik „Nationalsozialismus und Holocaust“ in der historisch-politischen Bildung seit dem Ende des 2. Weltkriegs im geteilten und seit 1990 wieder vereinigten Land. Es gibt auch die notwendigen Hintergrundinformationen zur Bedeutung der sogenannten Holocaust Education in den USA in ihren Unterschieden zu Deutschland. 

Unter der Internet-Adresse: www.holocaust-education.de  wird die Fördergesellschaft Kulturelle Bildung e.V. in Kürze Auszüge aus der CD-ROM bereitstellen. Eine Fachkommission wird regelmäßig Projekte aus Schule und Jugendarbeit auswählen, die ebenfalls auf der vom Goethe Institut geförderten Website präsentiert werden.  Ergänzt durch weitere aktuelle Informationen soll so ein interaktives Forum für den Erfahrungsaustausch und den interkulturellen Dialog entstehen. 

 

Zu den Zielen

Die CD-ROM eröffnet erstmals auch Nicht-Fachleuten in Deutschland und im Ausland die Chance zu einem direkten Blick auf die Arbeit von Lerngruppen zu Nationalsozialismus und Holocaust. Alle 50 von den internationalen Beratern aus einer Fülle von Materialien ausgewählten Einzelprojekte basieren auf authentischen Berichten von Lehrern und Arbeiten von Schülern. Die oft fächerübergreifenden Projekte sind in ihrer multimedialen Vielfalt auf der CD-ROM dargestellt. Die Nutzer können die Texte und Bilder ausdrucken und auch auf Computer herunterladen. Die CD-ROM kann sowohl vom PC als auch vom Mac gelesen werden.

Die CD-ROM stellt bewusst junge Leute in den Vordergrund, die sich - stellvertretend für viele andere in der Bundesrepublik Deutschland - mit großem Engagement dem wohl schwierigsten Kapitel deutscher Geschichte nähern. Es ist der Wunsch der Herausgeber und Förderer, dass in diesem Sinne das Gesamtprojekt „Lernen aus der Geschichte – Projekte zu Nationalsozialismus und Holocaust in Schule und Jugendarbeit“ als ein Beitrag zur interkulturellen Verständigung aufgenommen wird.

 

Inhalte der CD-ROM

Zusätzlich zu den Projektdarstellungen, weiteren Dokumenten und historischen Fotos enthält die CD-ROM eine Fülle von Materialien, die den Benutzern das weitere Themenumfeld verdeutlichen. Dadurch kann die CD-ROM auch als Nachschlagewerk zu vielen Fragen im Zusammenhang mit der Behandlung des Holocaust in der Schule dienen: z.B. die staatlichen Vorgaben zur Behandlung des Nationalsozialismus und des Holocaust im deutschen Bildungssystem, Adressen der deutschen Institutionen, die sich im pädagogischen Bereich mit dem Holocaust beschäftigen, die Adressen aller deutschen Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus, Informationen des deutschen Geschichtslehrerverbandes zum Geschichtsunterricht in Deutschland, eine ausführliche Bibliographie, Filmlisten oder Originaldokumente, u.a. das Protokoll der Wannsee-Konferenz und vieles mehr.

 

Zur Entstehung des Projektes

International ist wenig bekannt, dass dieses schwierige Kapitel deutscher Geschichte seit Jahrzehnten im deutschen Schulunterricht gelehrt wird. Neben der fachwissenschaftlichen Beschäftigung mit dem Holocaust wurde in den Nachkriegs-Jahrzehnten die öffentliche Debatte auch durch Künstler, den Hörfunk und das Fernsehen angestoßen. Die Künstler waren oft selbst Verfolgte und Zeitzeugen des Holocaust.

Den Erfahrungsaustausch über die seit der Vereinigung Deutschlands 1990 in der bundesweiten Jugendbildung erzielten Ergebnisse zu ermöglichen und damit auch eine Wissenslücke zu schließen, führte zu ersten Ideen für dieses Projekt.  Um der CD-ROM größtmögliche Verbreitung zu gewährleisten, wurde das Projekt zweisprachig deutsch-englisch angelegt. So wurden von Anfang an neben deutschen auch amerikanische Experten einbezogen, so z. B. aus dem United States Holocaust Memorial Museum in Washington und der Association of Holocaust Organizations, New York, die Holocaust Zentren in Nordamerika, aber auch in anderen, zumeist englischsprachigen Ländern vertritt.

 

Zur Aufgabenstellung

 Folgende Fragen haben sich Autoren und Herausgeber zu Beginn ihrer Arbeit an diesem Projekt gestellt:

·        Welche Aufgaben hat historisch-politische Bildung in Deutschland nach der Vereinigung 1990?

·        Wie werden die curricularen Rahmenbedingungen hinsichtlich der Behandlung des Nationalsozialismus und des Holocaust, die von den Kulturministerien der 16 Bundesländer formuliert wurden, in der schulischen Praxis ausgefüllt, und wie sah es vor 1990 im geteilten Deutschland - BRD und DDR - aus?

·        Welche thematischen und methodischen Zugänge wählen Pädagogen und Jugendliche für die Auseinandersetzung mit Nationalsozialismus und Holocaust?

·        Mit welchen Problemen sind sie konfrontiert?

·        Wie eignen sich Jugendliche Geschichte an, und wie entwickeln sie ihr politisches Bewusstsein?

·        Was bieten außerschulische Lernorte Jugendlichen (beispielsweise Gedenkstätten)?

·        Welche Erfahrungen machen Jugendliche bei internationalen Begegnungen mit Gleichaltrigen, z.B. in Polen, Israel oder den USA?

 

Das Produkt

Annette Brinkmann, Annegret Ehmann, Sybil Milton, Hanns Fred Rathenow, Regina Wyrwoll (Hrsg.):

Lernen aus der Geschichte: Projekte zu Nationalsozialismus und Holocaust in Schule und Jugendarbeit.

Ein wissenschaftliches CD-ROM-Projekt mit Begleitbuch.

ARCult Media Verlag Bonn 2000

ISBN 3-930395-23-1

 

Das Projektteam

Konzept und Projektleitung: Regina Wyrwoll

Projektkoordination und Redaktion: Annette Brinkmann

Wissenschaftliche Beraterinnen und Berater:
Annegret Ehmann, ehemalige Leiterin der Bildungsabteilung der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz Berlin; Leiterin der RAA Brandenburg e.V. (Potsdam)

Sybil Milton, ehem. Senior Historian, US Holocaust Memorial Museum, Washington DC/ Unabhängige Historikerin, Chevy Chase, MD/ Vizepräsidentin der Unabhängigen Experten-Kommission: Schweiz - Zweiter Weltkrieg

Hanns-Fred Rathenow, Professor für Fachdidaktik Sozialkunde am Fachbereich Erziehungs- und Unterrichtswissenschaften der Technischen Universität Berlin.

Autorinnen und Autoren:
Volker Ahmels, Horst Brandl, Thomas Castens, Hannes Derichs, Heike Ehbrecht, Annegret Ehmann, Klaus Emrich, Holger-Hagen Erdmann, Barbara Fenner, Uta Forstat, Daniel Gaede, Detmar Grammel, Hans Joachim Gries, Hans Heintze, Iris Heisrath, Ilse Henneberg, Benjamin Herzberg, Sabine Hillebrecht, Ute Hoffmann, Martina Ifland, Matthias Isecke-Vogelsang, Silvia Izi, Ulrike Jäger, Monika Josten, Wolfgang Klameth, Lore Kleiber, Konrad Klesse, Andreas Kraus, Hannelore Lutze, Margit Maronde-Heyl, Georg Meltl, Sybil Milton, Werner Nickolai, Burkhard Ost, Thilo Pohle, Hanns-Fred Rathenow, Yvonne Rech, Gunnar Richter, Angelika Rieber, Helmut Rook, Sibylle Schälike, Hanne Schrader, Hilde Schramm, Hans Simon-Pelanda, Heidemarie Sow, Helmut Spiering, Frieder Stöckle, Kurt Tinius, Andreas Wagner, Gabriele Wasser, Bernd Winkelmann

Entwicklung und technische Umsetzung der CD-ROM:
ThunderWave Inc., Rockville, Maryland
Ariel Schwartz, Projektleiter

 

Kontakt 

Weitere Informationen zur CD-ROM und zur Website: www.holocaust-education.de erhalten Sie bei:

Fördergesellschaft Kulturelle Bildung e.V.
Annette Brinkmann / Mario Solis
Dahlmannstr. 26
53113 Bonn
Tel.: 0228-24 22 829
e-mail: info@kulturelle-bildung.de
Internet: http://www.kulturelle-bildung.de/

Goethe-Institut
Regina Wyrwoll
Helene-Weber-Allee 1
80637 München
Tel.: 089/15 92 15 28
e-mail: wyrwoll@goethe.de
Internet: http://www.goethe.de/

Presse- und Informationsamt der Bundesregierung
Werner Koep-Kerstin
Neustädtische Kirchstr. 15
10117 Berlin
Tel.: 01888-272-3515
Fax:  01888-272-2679
e-Mail: werner.koep-kerstin@bpa.bund.de
Internet: http://www.bundesregierung.de/impressum/bpa.html